{"id":185,"date":"2018-09-03T08:46:37","date_gmt":"2018-09-03T06:46:37","guid":{"rendered":"http:\/\/hellofuture.lu\/?p=185"},"modified":"2022-02-14T16:23:13","modified_gmt":"2022-02-14T15:23:13","slug":"lhistoire-de-lindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hellofuture.lu\/de\/lhistoire-de-lindustrie\/","title":{"rendered":"Die Geschichte der Industrie"},"content":{"rendered":"<p><\/p>\n<h2>Web-Dokumentation: Die Geschichte der Industrie in Luxemburg<\/h2>\n<p>Die Web-Dokumentation zeichnet die Industriegeschichte Luxemburgs von ihren Anf\u00e4ngen bis heute nach. Die mit Archivbildern sowie Unternehmens- und Dokumentarfilmen bereicherte Dokumentation wurde im Rahmen des Vorsitzes Luxemburgs im Rat der Europ\u00e4ischen Union erstellt.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<a href=\"http:\/\/www.industries-luxembourg.lu\/#\/lang\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-651 size-full\" src=\"http:\/\/www.hellofuture.lu\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/industrie-lux.png\" sizes=\"auto, (max-width: 910px) 100vw, 910px\" srcset=\"http:\/\/www.hellofuture.lu\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/industrie-lux.png 910w, http:\/\/www.hellofuture.lu\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/industrie-lux-300x183.png 300w, http:\/\/www.hellofuture.lu\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/industrie-lux-768x468.png 768w, http:\/\/www.hellofuture.lu\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/industrie-lux-160x97.png 160w, http:\/\/www.hellofuture.lu\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/industrie-lux-398x242.png 398w, http:\/\/www.hellofuture.lu\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/industrie-lux-115x70.png 115w\" width=\"910\" height=\"554\" \/><\/a><\/strong><\/p>\n<h3><strong>Vom Beginn der Industrialisierung bis zur\u00a0Umstrukturierung der Stahlindustrie<\/strong><\/h3>\n<p>In der Mitte des 19. Jahrhunderts macht der landwirtschaftliche Sektor den <strong>ersten bedeutenden Industrien<\/strong> Platz.<\/p>\n<p>Die wirtschaftlichen Ver\u00e4nderungen betreffen den Norden des Landes mit seiner Lederindustrie ebenso wie den S\u00fcden, in dem eine betr\u00e4chtliche Anzahl von H\u00fcttenbetrieben entsteht.<\/p>\n<p>Eine <strong>Zollunion <\/strong>erleichtert und f\u00f6rdertdie Ansiedlung belgischer, franz\u00f6sischer und deutscher Unternehmen in Luxemburg.<\/p>\n<p>Gegen Ende des 19. Jahrhunderts <strong>erlebt die Stahlindustrie ihre Bl\u00fctezeit <\/strong>in Luxemburg. Die H\u00fcttenbetriebe schlie\u00dfen sich zur <strong>Arbed<\/strong> zusammen, der Vorl\u00e4uferin vonArcelor, auf die im Jahr\u00a01913 <strong>1\/3 der Stahlproduktion des Landes <\/strong>entfallen.<\/p>\n<p>Das Gro\u00dfherzogtum befindet sich auf dem Gipfel seiner industriellen Entwicklung und belegt weltweit den<strong> 6.<\/strong>\u00a0Rangbei der Produktion von Gusseisen und den <strong>8.<\/strong>\u00a0Rang bei der Stahlherstellung.<\/p>\n<p>Dieser Boom f\u00f6rdert die Kapitalbildung. Die Giganten der Eisen- und Stahlindustrie verleiben sich die kleineren Unternehmen ein.<\/p>\n<p>Auch andere handwerklich strukturierte Branchen erleben einen Niedergang. Allein Brauereien, Tabakmanufakturen und der Porzellanhersteller Villeroy &amp; Boch \u00fcberdauern diese schwierige Phase und bl\u00fchen auf.<\/p>\n<p>Die luxemburgische Industrie nimmt zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem ersten \u00d6lschock 1973 einen gro\u00dfen Aufschwung. Die <strong>historischen H\u00f6chstst\u00e4nde <\/strong>der Eisen- und Stahlerzeugung werden im Jahr 1974 erreicht. Damals besch\u00e4ftigte die Stahlindustrie 25\u00a0000\u00a0Mitarbeiter, <strong>trugt 25\u00a0% zum BIP bei <\/strong>und sorgte f\u00fcr <strong>70\u00a0% der G\u00fcterexporte <\/strong>Luxemburgs.<\/p>\n<p>Jedoch bekommen die Bergwerke des Landes ab den 1960er-Jahren gro\u00dfe Konkurrenz von ausl\u00e4ndischen, eisenhaltigeren Minen, die ihren Niedergang einl\u00e4uten \u2013 zeitgleich mit <strong>dem Zerfall der weltweiten und luxemburgischen Stahlindustrie<\/strong>.<\/p>\n<p>Das Land versucht, die sozialen Sch\u00e4den zu begrenzen, indem ein Abkommen zwischen Arbeitgebern, Gewerkschaften und Regierung geschlossen wird. So k\u00f6nnen Massenentlassungen verhindert werden, obwohl die Stahlindustriezwischen 1975 und 1985 50\u00a0% ihrer Arbeitspl\u00e4tze verliert und sich auch die Stahlproduktion halbiert.<\/p>\n<p>Parallel dazu lenkt eine technologische Umstrukturierung die Stahlproduktion in Richtung Elektrostahl, zu dessen Erzeugung Alteisen als wichtigster Rohstoff verwendet wird. Dank dieser strategischen Entscheidung <strong>\u00fcberdauert die luxemburgische Stahlindustrie diese schwierige Phase<\/strong>. Im Jahr 2002 fusioniert die Arbed mit der spanischen Aceralia-Gruppe und dem franz\u00f6sischen Konkurrenten Usinor: <strong>Arcelor <\/strong>entsteht, der f\u00fcr eine kurze Zeit den Titel des weltweit gr\u00f6\u00dften Stahlproduzenten innehat, ehe er im Jahr 2006 von Mittal Steel \u00fcbernommen wird. Eine fruchtbare Fusion, denn der Sitz von <strong>ArcelorMittal <\/strong>befindet sich noch immer in Luxemburg.<\/p>\n<h3><strong>Von der Stahlindustrie zur industriellen Vielfalt<\/strong><\/h3>\n<p>In den 1960er-Jahren verliert die Stahlindustrie an Bedeutung. Deshalb setzt die Regierung eine Politik der <strong>wirtschaftlichen Diversifizierung <\/strong>um. Staatliche Ma\u00dfnahmen und Investitionen konzentrieren sich auf den Aufbau eines <strong>leistungsf\u00e4higen Finanzplatzes<\/strong>, aber auch auf die Entwicklung von Instrumenten zur <strong>Diversifizierung\u00a0 der Industrie<\/strong>.<\/p>\n<p>Die <strong><u>Infrastruktur<\/u><\/strong> wird modernisiert und ausgebaut: Stra\u00dfen, Bahnstrecken und Wasserstra\u00dfen, Stauwerke und Flugverbindungen.<\/p>\n<p>Zwischen 1975 und 1995 werden <strong>169\u00a0Unternehmen <\/strong>gegr\u00fcndet, die 10\u00a0400 Arbeitspl\u00e4tze schaffen. Goodyear ist das erste gro\u00dfe US-Unternehmen, das sich 1951 im Land niederl\u00e4sst und von diesem neuen Wirtschaftsmodell profitiert.<\/p>\n<p>Parallel dazu leben in der <strong><u>Chemiebranche<\/u><\/strong> zwei traditionsreiche Industriestandorte wieder auf: Tarkett, ein Hersteller von Bodenbel\u00e4gen, l\u00e4sst sich in Wiltz nieder, und Accumalux, ein Kunststoffproduzent, in Kockelscheuer. Die Herstellung von Gummi und Plastik ist damals diejenige Branche mit der h\u00f6chsten Wertsch\u00f6pfung \u2013 <strong>19\u00a0% <\/strong>\u2013 aller verarbeitenden Gewerbe des Landes. <strong>Guardian Luxguard <\/strong>ist der erste Standort dieses amerikanischen Unternehmens au\u00dferhalb der USA.<\/p>\n<p>Die <strong><u>H\u00fctten- und metallverarbeitende Industrie<\/u> <\/strong>hat sich ebenfalls besonders positiv entwickelt, gest\u00fctzt auf die Fundamente der gro\u00dfen luxemburgischen Unternehmen Arbed und Paul Wurth. Die Branche ist auch f\u00fcr <strong>Unternehmen von jenseits des Atlantiks <\/strong>erfolgversprechend. So siedelt sich Delphi im Jahr 1970 in Luxemburg an. Viele ausl\u00e4ndische Unternehmen w\u00e4hlten Luxemburg als Zentrale f\u00fcr ihre gesch\u00e4ftlichen Aktivit\u00e4ten in Europa.<\/p>\n<p>Der Bereich <strong><u>Elektromechanik<\/u> <\/strong>schl\u00e4gt die gleiche Richtung ein. Zwei wichtige Unternehmen sind hier zu nennen: IEE, von der Arbed und dem SNCI gegr\u00fcndet, und die CEBI-Gruppe, fr\u00fcher ELTH.<\/p>\n<p>Neben der Stahlindustrie ist die <strong><u>Nahrungsmittelindustrie<\/u> <\/strong>bedeutendster privater Arbeitgeber in Luxemburg, knapp vor der Gummi- und Kunststoffindustrie. Mit Ausnahme der Tabakherstellung produziert die Nahrungsmittelindustrie vor allem f\u00fcr den Inlandsmarkt und erfreut sich bei den luxemburgischen Verbrauchern gro\u00dfer Beliebtheit.<\/p>\n<p>Im Bereich der <strong><u>erneuerbaren Energien<\/u><\/strong> entwickeln sich\u2013 abgesehen von den Wasserkraftwerken \u2013 auchlangsamWindparks. Luxemburg beginnt au\u00dferdem, in die Produktion von Biogas zu investieren, insbesondere mit dem Unternehmen L.E.E., das auch Projekte im Ausland verwirklicht.<\/p>\n<h3><strong>Die neue Industrie: Informations- und Kommunikations-Technologie<\/strong><\/h3>\n<p>In den 1980er-Jahren hat der Finanzsektor die Stahlindustrie als wichtigsten Bereich der luxemburgischen Wirtschaft abgel\u00f6st. Deshalb strebte die Regierung <strong>eine neue Diversifizierung der Industrie <\/strong>an, vor allem im Bereich <strong><u>Medien und Kommunikation<\/u><\/strong>.<\/p>\n<p>Die <strong>RTL<\/strong>-Gruppe, historischer Pionier des privaten Radioangebots in Europa, erlebte einefulminante Expansion im Bereich des Fernsehens. Seit den 1990er-Jahren gelang es Luxemburg, eine leistungsf\u00e4hige Film- und H\u00f6rfunkindustrie mit mehr als 600\u00a0Mitarbeitern aufzubauen, deren Know-how und Kompetenzen die gr\u00f6\u00dften europ\u00e4ischen Produzenten anlocken und es den luxemburgischen Produktionsgesellschaften erlauben, auf ausl\u00e4ndischen M\u00e4rkten Fu\u00df zu fassen.<\/p>\n<p>Doch <strong>die sch\u00f6nste Erfolgsgeschichte der Industrie in der Gegenwart <\/strong>sollte sich im <strong><u>Weltraum<\/u><\/strong> abspielen. Das vom luxemburgischen Staat im Jahr 1985 gegr\u00fcndete Unternehmen <strong>SES<\/strong>, Soci\u00e9t\u00e9 Europ\u00e9enne de Satellites, ist heute <strong>der zweitgr\u00f6\u00dfte Betreiber von Kommunikationssatelliten der Welt<\/strong>.<\/p>\n<p>RTL und SES ebneten den Weg f\u00fcr die Gr\u00fcndung und Ansiedlung weiterer Multimedia- und Telekommunikations-Unternehmen. Giganten der Branche wie Amazon, PayPal, iTunes, Skype, eBay, Innova, Vodafone, Rakuten und viele andere mehr haben Luxemburg als Firmensitz gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Dazu kommen die Kompetenzen im Bereichder <strong>Verarbeitung sensibler Daten<\/strong>, die die digitalen Dienstleister entwickelt haben und die Luxemburg zu einem bevorzugten TIK-Servicezentrum in den Bereichen <strong><u>FinTech<\/u><\/strong>, Big Data, e-Commerce und Online-Bezahlungen, Hochleistungsrechnen (HPC) und Green IT machen.<\/p>\n<p>Die Dienstleistungen der Informations- und Kommunikations-Technologie (<strong>IKT<\/strong>) sind heute ein echter <strong>Motor der luxemburgischen Wirtschaft<\/strong>.<\/p>\n<p>Der IKT-Bereich stellt ein bevorzugtes Versuchsfeld f\u00fcr Innovationen dar, vor allem da das Gro\u00dfherzogtum in gro\u00dfem Stilin <strong><u>die IKT-Forschung investiert, um herausragende wissenschaftliche Forschungen zu erm\u00f6glichen<\/u><\/strong>. \u00dcbrigens ist die Wirtschaft des Landes stark auf den Dienstleistungssektorausgerichtet, und hier wiederum besonders auf den Bereich IKT. Das <strong>LIST<\/strong> (Luxembourg Institute of Science and Technology) bem\u00fcht sich seinerseits, die Branche durch seine Abteilung ICT for Innovative Services\u00a0zu st\u00e4rken, die f\u00e4cher\u00fcbergreifende wissenschaftliche und technologische Forschung betreibt, um innovative IKT-Dienstleistungenzu entwickeln. Daneben vereint der<strong> Luxembourg ICT Cluster<\/strong>\u00a0die verschiedenen Akteure der IKT-Branchein Luxemburg. Sein Ziel ist die F\u00f6rderung <strong>neuer und langfristiger Business-Chancen <\/strong>im Rahmen auf Kooperationen basierender <strong>Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsprojekte<\/strong>.<\/p>\n<h3><strong>Die Zukunft der luxemburgischen Industrie<\/strong><\/h3>\n<p>Ein kleines und bev\u00f6lkerungsarmes, l\u00e4ndlich gepr\u00e4gtes Land: Nichts deutete darauf hin, dass Luxemburg einen derartigen <strong>industriellen Aufschwung <\/strong>erleben w\u00fcrde. Ein Aufschwung, der seit dem 19. Jahrhundert ebenso auf den Vorz\u00fcgen, der Energie und dem Engagement vor Ort beruhte wie auf ausl\u00e4ndischen Kapitalgebern.<\/p>\n<p>Danach ist es Luxemburg gelungen, das Ph\u00e4nomen der <strong>Desindustrialisierung <\/strong>besser zu beherrschen als viele seiner gro\u00dfen Nachbarn. In den dunkelsten Krisenzeiten gelang es dank der Unterst\u00fctzung durch die Regierung und einer Politik der industriellenDiversifizierung, das Land wieder auf <strong>Wachstumskurs <\/strong>zu bringen. Die Besch\u00e4ftigung in der Industrie blieb w\u00e4hrend der vergangenen 50\u00a0Jahre stabil, was in unseren Nachbarl\u00e4ndern bei weitem nicht der Fall ist. Mit Ausnahme der Stahlindustrie konnten sich alle produzierenden Gewerbe sogar beachtlich entwickeln.<\/p>\n<p>Faustpfand des zuk\u00fcnftigenErfolges ist die Tatsache, dass die luxemburgische Wirtschaft \u2013 nur knapp hinter Deutschland \u2013 <strong>den gr\u00f6\u00dften Anteilan innovativen Unternehmen in der Europ\u00e4ischen Union aufweist<\/strong>.<\/p>\n<p>Heute liegt die Zukunft der Industrie <strong>im \u00dcbergang zur Welt von morgen<\/strong>. Heute sind Dienstleistung und Produkt untrennbar miteinander verbunden, vor allem dank der <strong>digitalen Revolution<\/strong>. Dieses Ph\u00e4nomen steht besonders im Zentrum der Vorzeigebranche der luxemburgischen Wirtschaft: der IKT.<\/p>\n<p>Die Welt der Industrie von heute und morgen folgt einer <strong>langfristigen <\/strong>Entwicklung. Wie erw\u00e4hnt befindet sich die Industrie in stetigem Wandel: Morgen wird die Industrie zweifellos anders aussehen als heute. <strong>Die Industrie muss sich immer wieder neu erfinden<\/strong>. Dabei ist es besonders wichtig, wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die dank vielf\u00e4ltiger Akteure, die in unterschiedlichen Industriebereichen t\u00e4tig sind, den Wandel der Industrie erleichtern.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Web-Dokumentation: Die Geschichte der Industrie in Luxemburg Die Web-Dokumentation zeichnet die Industriegeschichte Luxemburgs von ihren Anf\u00e4ngen bis heute nach. 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